DEKRA-geprüfter Bausachverständiger für Hof
Sanierung & Modernisierung 17.03.2026 · Jörg Aichinger
Sanierungsfahrplan: Schritt für Schritt zum besseren Haus

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) wird von einem Energieberater erstellt, nicht von einem Bausachverständigen
  • Er zeigt die empfohlene Reihenfolge der Sanierungsmaßnahmen für die nächsten 15 bis 20 Jahre
  • Wer Maßnahmen nach iSFP umsetzt, erhält einen Förderbonus von 5 Prozent
  • Der Bausachverständige ergänzt den Energieberater: Er prüft den baulichen Zustand und deckt versteckte Schäden auf
  • In Hof ist ein Sanierungsfahrplan besonders sinnvoll wegen des hohen Heizenergieverbrauchs durch die Höhenlage

Ein Sanierungsfahrplan bringt Ordnung in die Sanierung. Statt wahllos einzelne Maßnahmen umzusetzen, zeigt er die sinnvolle Reihenfolge und bewertet den Nutzen jeder Maßnahme. Für Hof und die Region Oberfranken, wo viele Gebäude einen erheblichen Sanierungsstau aufweisen und das raue Klima auf rund 500 Metern Höhe hohe Anforderungen an den Wärmeschutz stellt, ist ein strukturiertes Vorgehen besonders wichtig.

Was ist ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)?

Der individuelle Sanierungsfahrplan ist ein standardisiertes Beratungsinstrument, das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz entwickelt wurde. Er wird von einem qualifizierten Energieberater erstellt und enthält eine Analyse des Ist-Zustands des Gebäudes (Gebäudehülle, Heizung, Lüftung), eine Darstellung des Einsparpotentials in einzelnen Sanierungsstufen, eine empfohlene Reihenfolge der Maßnahmen (Sanierungsschritte) und eine grobe Kostenschätzung für jede Maßnahme.

Der iSFP unterscheidet sich von einem allgemeinen Energieberatungsbericht durch seine standardisierte, bildliche Darstellung und die klare Aufteilung in Maßnahmenpakete. Er ist für Laien verständlich aufbereitet und zeigt anschaulich, wie sich das Gebäude Schritt für Schritt verbessern lässt.

Wer erstellt den Sanierungsfahrplan?

Einen iSFP darf nur ein qualifizierter Energieberater erstellen, der in der Energieeffizienz-Expertenliste für Förderprogramme des Bundes eingetragen ist. Bausachverständige, Architekten oder Handwerker ohne diese Qualifikation dürfen keinen iSFP ausstellen.

Das ist ein wichtiger Unterschied: Ein Bausachverständiger prüft den baulichen Zustand des Gebäudes (Feuchtigkeit, Schäden, Konstruktion, Statik). Ein Energieberater bewertet die energetische Qualität (Wärmeverluste, Heizenergiebedarf, Anlagentechnik). Beide Perspektiven ergänzen sich, ersetzen sich aber nicht. Mehr dazu auf unserer Seite zur Sanierungsberatung.

Was enthält der iSFP konkret?

Ein vollständiger iSFP besteht aus zwei Teilen. Der erste Teil beschreibt den Ist-Zustand. Er enthält eine Beschreibung der Gebäudehülle (Wände, Dach, Kellerdecke, Fenster) mit den jeweiligen U-Werten, eine Bewertung der Anlagentechnik (Heizung, Warmwasser, Lüftung), den errechneten Endenergiebedarf in kWh pro Quadratmeter und Jahr und eine farbliche Einordnung in die Energieeffizienzklasse (A+ bis H).

Der zweite Teil zeigt den Sanierungsweg. Er enthält Maßnahmenpakete, aufgeteilt in Sanierungsstufen (z. B. Stufe 1: Dach und Fenster, Stufe 2: Fassade, Stufe 3: Heizung). Für jede Stufe werden die geschätzte Energieeinsparung, die geschätzten Kosten und die erwartete Verbesserung der Effizienzklasse angegeben.

Für Hof mit seiner Höhenlage und den 108 Frosttagen pro Jahr zeigt der iSFP typischerweise hohe Einsparpotentiale bei der Gebäudehülle. Ungedämmte Altbauten in der Biedermeier-Neustadt verbrauchen häufig 200 bis 300 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Eine schrittweise Sanierung kann diesen Wert auf 50 bis 80 kWh senken.

Welche Vorteile bringt ein iSFP?

Der konkreteste Vorteil: Ein Förderbonus von 5 Prozent bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Wer eine Einzelmaßnahme (z. B. Fenstertausch, Dachdämmung) umsetzt, die im iSFP empfohlen wird, erhält 5 Prozentpunkte mehr Förderung als ohne iSFP.

Darüber hinaus verhindert der iSFP typische Planungsfehler. Beispiel: Wer zuerst die Heizung tauscht und erst danach die Gebäudehülle dämmt, hat eine zu groß dimensionierte Heizung. Wer zuerst die Fenster tauscht, ohne die Wände zu dämmen, riskiert Schimmel an den kälteren Wandflächen. Der iSFP bringt die Maßnahmen in die richtige Reihenfolge.

Was kann der iSFP nicht?

Der iSFP hat Grenzen, die Eigentümer kennen sollten.

Er bewertet nicht den baulichen Zustand im Detail. Feuchteschäden, Schädlingsbefall, statische Probleme und versteckte Mängel fallen nicht in den Aufgabenbereich des Energieberaters. Ein Altbau kann einen guten iSFP erhalten und trotzdem schwerwiegende Bauschäden haben.

Er enthält keine detaillierte Kostenplanung. Die Kostenschätzung im iSFP basiert auf Durchschnittswerten und kann von den tatsächlichen Kosten erheblich abweichen, insbesondere bei Altbauten mit besonderen Anforderungen (Denkmalschutz, schwierige Zugänglichkeit, Schadstoffbelastung).

Er ersetzt keine Ausführungsplanung. Der iSFP zeigt das Ziel und den Weg, aber nicht die technischen Details der Umsetzung. Dafür sind Fachplaner und ausführende Firmen zuständig.

Genau hier kommt der Bausachverständige ins Spiel: Er prüft, was der Energieberater nicht prüft. Details dazu auf unserer Seite zur Bauschaden-Bewertung.

Wie arbeiten Energieberater und Bausachverständiger zusammen?

Die ideale Vorgehensweise bei einer Altbausanierung: Zuerst prüft der Bausachverständige den baulichen Zustand. Er dokumentiert Feuchteschäden, Risse, Schädlingsbefall und konstruktive Schwächen. Diese Erkenntnisse fließen in die Sanierungsplanung ein.

Dann erstellt der Energieberater den iSFP auf Basis des tatsächlichen Gebäudezustands. Er berücksichtigt die Befunde des Sachverständigen: Wenn zum Beispiel die Kellerdecke feucht ist, muss zuerst die Ursache beseitigt werden, bevor eine Kellerdeckendämmung sinnvoll ist.

Während der Umsetzung kontrolliert der Bausachverständige die Ausführungsqualität. Er prüft, ob die Dämmung fachgerecht angebracht wird, ob Anschlüsse dicht sind und ob die im iSFP definierten Standards eingehalten werden. Kontaktieren Sie uns für eine Bestandsaufnahme vor der energetischen Sanierung.

Sanierungsfahrplan für Hof: Lokale Überlegungen

Die Gebäude in Hof haben spezifische Ausgangssituationen, die den Sanierungsfahrplan beeinflussen. In der Biedermeier-Neustadt stehen die Fassaden unter Denkmalschutz. Eine Außendämmung ist meist ausgeschlossen. Der iSFP muss hier Innendämmung, Dach- und Kellerdeckendämmung sowie den Heizungstausch als Schwerpunkte setzen.

In den Gründerzeit-Gebäuden des Bahnhofsviertels und im Münsterviertel sind die Fassaden oft nicht denkmalgeschützt, aber gestalterisch wertvoll. Hier ist eine Abwägung zwischen Außendämmung und Fassadenerhalt nötig.

In Moschendorf und den Nachkriegsbauten sind die Spielräume größer. Außendämmung, Fenstertausch und Heizungstausch können weitgehend uneingeschränkt umgesetzt werden. Der iSFP kann hier das volle Potential ausschöpfen.

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Häufige Fragen

Ist ein Sanierungsfahrplan Pflicht?

Nein. Ein iSFP ist freiwillig. Er wird aber für den 5-Prozent-Förderbonus bei BEG-Einzelmaßnahmen benötigt und ist bei einem Gesamtkonzept grundsätzlich empfehlenswert.

Erstellt der Bausachverständige einen iSFP?

Nein. Der iSFP wird ausschließlich von in der Energieeffizienz-Expertenliste eingetragenen Energieberatern erstellt. Der Bausachverständige prüft den baulichen Zustand und ergänzt damit die energetische Beratung.

Wie lange gilt ein iSFP?

Formal gibt es kein Ablaufdatum. Die Empfehlungen beziehen sich auf einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren. Bei grundlegenden Änderungen am Gebäude oder an den Förderbedingungen kann eine Aktualisierung sinnvoll sein.

Wird der iSFP gefördert?

Ja. Die Erstellung eines iSFP wird über die Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude (BAFA) mit bis zu 80 Prozent der Beratungskosten gefördert. Der maximale Zuschuss beträgt 1.300 Euro für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Muss ich alle Maßnahmen im iSFP umsetzen?

Nein. Der iSFP ist eine Empfehlung, keine Verpflichtung. Eigentümer können einzelne Maßnahmen umsetzen und erhalten dafür den Förderbonus, solange die Maßnahme im iSFP enthalten ist.

Brauche ich vor dem iSFP einen Bausachverständigen?

Nicht zwingend, aber empfehlenswert. Wer vor der energetischen Beratung den baulichen Zustand prüfen lässt, vermeidet, dass teure Sanierungsmaßnahmen auf einer schadhaften Grundlage aufbauen. Auf unserer Leistungsseite finden Sie eine Übersicht unserer Angebote.

Rufen Sie uns an unter 0921 163 932 51 oder nutzen Sie unser Kontaktformular. Wir prüfen den baulichen Zustand Ihres Gebäudes als Grundlage für den Sanierungsfahrplan.

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